Großglockner-Hochalpenstraße in den Alpen von Österreich
Großglockner-Hochalpenstraße in den Alpen von Österreich (Bild: mojolo – stock.adobe.com )

Großglockner-Hochalpenstraße: Fahrrad im Gipfelsturm

Schweißtreibend und bis auf 2.504 Meter über dem Meer – die Großglockner-Hochalpenstraße per Fahrrad ist sogar für Profis eine Herausforderung.

  • 5 Min.
  • 02/04/2025 - 11:40
  • Jan von linexo
  • Auf einen Blick

Die Hochalpenstraße am Großglockner treibt das Biken auf die Spitze: Das Portal Bergfex nennt sie „die unumstrittene Königsstrecke“ unter allen Radrouten in Österreich. Die Aufwärtstour zum höchsten Punkt ist nur knapp 20 Kilometer lang, hat es aber in sich. Auf der asphaltierten Glocknerstraße winden sich Kurven und Kehren dermaßen himmelwärts, dass sie Motorradfans zum genussvollen Niederknien bringen. Wer allerdings mit dem Rad hinauf will, muss Knochenarbeit leisten. Auf der Großglockner-Hochalpenstraße mit dem Fahrrad sind Steigungen von durchweg 9 Prozent zu meistern – im Abschnitt mit dem treffenden Namen „Hexenküche“ sogar 12 Prozent. Weil die Kehren in der Regel recht flach gebaut sind, kannst du wenigstens hier ein bisschen Luft schnappen und neue Kraft tanken. Belohnt wirst du mit einem einzigartigen Höhenerlebnis und einer fantastischen Aussicht auf die Hohen Tauern und das Gipfelkreuz des Großglockners. Der 3.798 Meter hohe Alpenriese ist der vielleicht bekannteste Berg der Alpenrepublik.

Die Großglockner-Hochalpenstraße mit dem Fahrrad meistern

Diese Strecke ist kein klassischer ausgebauter Radweg. Vielmehr handelt es sich bei dieser Route um eine hochalpin gelegene Gebirgsstraße, die die Bundesländer Salzburg und Kärnten miteinander verbindet. Ausgangspunkt der höchsten Passstraße Österreichs ist Bruck im Norden. Vorn dort schlängelt sie sich atemberaubend und unglaublich reizvoll das Bergmassiv hinauf. Sie schraubt sich über die Gebirgspässe Fuscher Törl und Hochtor und langt auf der anderen Seite nach knapp 48 Kilometern in Heiligenblut auf der Großglockner-Südseite an. Zwei Abzweige führen zur Edelweißspitze und zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. So kann man in direkter Verbindung von Lienz in Osttirol nach Zell am See fahren. Unter Bikern hat sich die zwischen 1930 und 1935 erbaute Mautstraße schon immer großer Beliebtheit erfreut. Sowohl beim Giro d’Italia als auch bei der Österreich-Rundfahrt hieß es mehrmals auf der Großglockner-Hochalpenstraße: Fahrrad ist Trumpf.

Großglockner-Hochalpenstraße mit dem Fahrrad: die Strecke

Startpunkt des anspruchsvollen Aufstiegs für Könner ist wahlweise Bruck, etwas höher gelegen Fusch oder nach weiteren sieben Kilometern die Mautstelle Ferleiten (1.142 Meter) auf der Nordseite. Das hängt auch davon ab, ob du als Rennradler in Aktion trittst oder einfach nur so ohne Zeitlimit den Gipfelsturm wagst. Dabei geht es über rund 1.700 Höhenmeter straff aufwärts zum Fuscher Törl auf 2.428 Metern. Zum höchsten per Bike erreichbaren Punkt der Tour gelangst du, wenn du die Panorama-Stichstraße zur Edelweißspitze (2.572 Meter) nimmst. Wieder zurück auf der Hauptstrecke, fährst du vom Fuscher Törl ein Stück von ca. 150 Metern abwärts zur Fuscher Lacke (2.261 Meter), durch einen Tunnel unterm Mittertörl (2.375 Meter) und noch mal untertunnelt auf 2.504 Meter unterm Hochtor (2.576 Meter) hindurch. Wenn du die Edelweißspitze auslässt, liegt der höchste Punkt also im Tunnel. Nun kannst du wieder zum Ausgangspunkt zurückfahren oder weiter nach Heiligenblut in Kärnten auf der Südseite – wie es deine körperliche Verfassung zulässt. Viele bevorzugen den Nordanstieg als Hin- und Rückfahrt. Raser am Berg schaffen die halbe Großglockner-Hochalpenstraße mit dem Fahrrad sicher in deutlich unter zwei Stunden. Genussradler dürfen sich gerne drei bis vier Stunden Zeit lassen und die herrliche Aussicht auf sich wirken lassen.

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Großglockner-Hochalpenstraße: Fahrrad-Tipps

Schau auf den Wetterbericht: Das Frühjahr ist sicher die beste Zeit für eine Tour auf dieser großartigen Alpenstraße. Wegen der Höhenlage und der starken Steigung musst du aber die Witterung beachten. Glätte, Schneeregen oder Gewitter können gefährlich werden!

Vorsicht in den Kehren: Auf der Großglockner-Hochalpenstraße Fahrrad zu fahren, ist ein Miteinander mit Bussen, Wohnmobilen und Autos. Wegen des „toten Winkels“ in Kurven können Biker schon mal von motorisierten Fahrzeugen übersehen werden!

Angemessen fahren: Wenn du in der Gruppe unterwegs bist – fahrt aus Sicherheitsgründen bitte nicht nebeneinander und möglichst rechts am Fahrbahnrand. Talwärts solltest du Kurven besser nicht schneiden.

Mach auf dich aufmerksam: Man weiß ja nie – weshalb das Tragen von Helm und Warnweste keine schlechte Idee ist. An nebeligen Tagen haben sich Reflektorbänder bewährt, die es unter anderem am Fuscher Törl und in weiteren Shops der Region zum Preis von 2,90 Euro zu kaufen gibt.

Rennradler aufgepasst: An der Mautstelle Ferleiten gibt es Tickets für 2 Euro. Am Fuscher Törl liest nachher ein Auswertungsgerät das Ticket und druckt eine Bestätigung mit der erzielten Fahrzeit aus. Diese kann dann in Fusch oder Ferleiten gegen eine persönliche Urkunde getauscht werden. Wenn die Zeit gut war, erhält man einen Platz in der offiziellen Rangliste. Dieser Service steht nur vor 9 Uhr und nach 15 Uhr zu Verfügung. Dann ist aber auch das Verkehrsaufkommen am Berg niedriger.

Wintersperre: Von etwa Ende Oktober bis Anfang Mai kann die Großglockner-Hochalpenstraße mit dem Fahrrad nicht befahren werden.

Großglockner Hochalpenstraße mit Radfahrer
Großglockner Hochalpenstraße mit Radfahrer (Bild: Henry Czauderna – stock.adobe.com )

Der Großglockner Radweg als leichte Alternative

Mann fährt auf einem Radweg in den Bergen
Entdecke die leichtere Variante auf dem Großglockner-Radweg (Bild: Konstanze Gruber – stock.adobe.com )

Wenn dir das alles eine Nummer zu heftig ist, kannst du den Großglockner-Anblick auch auf einer gemächlicheren Tour genießen. Denn neben der Hochalpenstraße gibt es auch einen Großglockner Radweg bzw. Glockner Radweg (R8) mit viel weniger Höhenmetern im Profil. Ein grandioses Bergpanorama hast du auch hier – nur dass dein Blick mehr aufwärts als abwärts gerichtet sein wird. Die Route verläuft von Heiligenblut unterhalb des Großglockners durch das Mölltal und trifft nach 77 Kilometer bei Möllbrücke auf den Drauradweg. Hier sind lediglich Steigungen von insgesamt nicht mehr als 230 Metern zu erwarten. Wenn dich die Entdeckerlust treibst, kannst du am Ziel gleich auf dem sehr schönen Drauradweg weiterfahren!

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